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Berlin ist wild, dreckig und liegt hinter dem Mond.

Berlin ist wild, dreckig und liegt hinter dem Mond.

Zumindest bei den ersten beiden Behauptungen erwarte ich wenig Gegenwind. Aber hinter dem Mond liegt es schon. So wie der Rest der Welt, wenn man die ganze Sache aus der entsprechenden Richtung betrachtet.

Zwei Tage bin ich schon in Berlin und wurde noch nicht von der Stadt aufgefressen. Aber die Stadt nagt an meinen Nerven. Ungemein sogar. Und wie bei jedem meiner Berlinbesuche konnte ich noch nicht herausfinden woran es genau  liegt. Vermutlich ist es die Mentalität der Leute hier, die mich nervt.
Während ich die letzten Jahre in Hamburg verbrachte, hab ich mich einfach an die freundliche und verbindliche Art der Leute dort gewöhnt. Berlin und seine Art das Leben zu nehmen bedeutet für mich immer, da ich im Umland aufwuchs, geerdet zu werden. Und dann schlägt der Blitz ein. PADAUTZ! Jedes Mal. Berlin setzt einen unter Strom. Berlin elektrisiert. Berlin polarisiert.

Vielleicht finde ich die Stadt deshalb abstoßend. Als damals ein Großteil meines Abiturjahrgangs Landflucht beging, zogen eine Handvoll in die Welt. Sehr viele wollten in die Hauptstadt und wurden dort womöglich sogar glücklich. Mich zog es in die andere Richtung. Nach Hamburg.

Aber nun bin ich hier. Aus freien Stücken und ich werde mit dieser Stadt nicht warm. Es sind diese kleinen Verrücktheiten, die es in der Stadt an jeder Ecke zu geben scheint. Menschen tragen ihre Pullover auf links. Fahrkartenautomaten drucken zwar die Karte, aber nicht das Datum des Fahrtantritts. Supermarktkassen können kein Gemüse wiegen. Und ständig wird man angeblafft. Wie es in Berlin halt üblich ist, und in dem Ton, der mir aus der Kindheit wohl bekannt ist. Der einzige fremde Mensch, der mich bisher hier angelächelt hat, ist der Dönermann. Vermutlich aber auch nur, da ich mittlerweile schon das dritte Mal bei ihm war. In dieser Sache ist Berlin um Längen besser als Hamburg. Und das ist wohl auch das Einzige, was mich trotz des ganzen Wahnsinns mit dem diese Stadt mir gegenüber steht, irgendwie versöhnlich stimmt. Denn satte Jungs sind zufrieden.

XL

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