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Kaffeemacherei

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Kaffeebohnen

Meine Mutter besaß eine klassische deutsche Kaffeemaschine und die passende Kanne mit dem roten Punkt. Jeden Morgen trank sie ihre Tasse Kaffee (oder zwei). Schwarz, ohne Zucker. Ich konnte das Zeug anfangs nicht ausstehen, es war bitter und sauer zugleich und kräuselte mir die Zunge.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass dies nicht allein an meinem jugendlichen Geschmacksempfinden, sondern auch an dem starkem Kaffee meiner Mutter lag: Ich kenne niemanden sonst, der derart viel Kaffee pro Tasse verwenden würde. Und mittlerweile hat sich meine Einstellung zum beliebten Wachmacher  komplett verändert. Ich trinke ihn täglich, und das in nicht zu knappen Mengen.

Doch wie kam es zu dem Sinneswandel? Zum Einen liegt es sicherlich daran, dass mein Geschmack etwas erwachsener geworden ist. Schließlich mochte ich auch mal keine schwarzen Oliven, dunkle Schokolade oder Salmiak. Zum Anderen habe ich gelernt, dass Kaffee nicht gleich Kaffee ist und jeder ihn anders trinkt. Ich bin irgendwann bei „etwas Milch, ohne Zucker“ gelandet und hängen geblieben. Das wichtigste war und ist für mich aber die Zubereitung, und da habe ich die (nach den unverschämt teuren Kaffeevollautomaten) für mich zweitbeste Methode entdeckt, die zugleich die günstigste überhaupt ist: Die Kaffeepresse.

Das Prinzip ist einfach: Gemahlenen Kaffee mit heißem Wasser aufgießen, kurz ziehen lassen und Stempelsieb herunterdrücken. Fertig. Da alles sofort im Wasser zieht, dauert es nicht länger als eine Kanne Tee und schmeckt wesentlich milder, da nicht so viel Säure aus den Bohnen ins Wasser gelangt. Dafür ist es aber wichtig, dass die Bohnen ziemlich grob und relativ gleichmäßig gemahlen sind. Am besten macht man das direkt vor dem Aufgießen, denn gemahlener Kaffee verliert schnell sein Aroma. Dafür reicht eine einfache elektrische Kaffeemühle, bei der man den Mahlgrad einstellen kann und das Mahlgut auffängt. Was nicht sofort verbraucht wird, kommt in eine Kaffeedose, da hält es sich zur Not ein paar Tage.

Das zweitwichtigste ist außerdem die Kaffeesorte. Damit verhält es sich meiner Erfahrung nach etwas wie mit Alkohol: Das billigste Zeug ist selbst gemischt nicht zu ertragen, aber eine Qualitätsstufe drüber gibt es ordentliche Produkte. Wenn man ihn frisch mahlt und schonend brüht, ist das richtig guter Stoff.

So komme ich also morgens zu meinem frischen Kaffee, ohne viel Geld bei Starbucks zu lassen oder eine riesige Maschine anzuschaffen.

Filterkaffee mag ich aber immer noch nicht, egal mit wie viel Milch.

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Florian Arendt

Hallo, ich bin Flo. Ich koche, fotografiere und erzähle gern. Außerdem schieße ich bei Splitscreen Games mit Nerf Guns auf meine Kollegen. Bei Twitter bin ich @Flo_Rian.

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