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Radfahren in Hamburg Tag

Schade. Wirklich schade.

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Wohlwillstraße Ecke Clemens-Schulz-Straße kam es zur Eskalation. Kurz zuvor holperte ich auf dem Rad über’s Kopfsteinplaster, als ein Licht mich umschloss. Ich hatte weder Lust mich von dem nachfolgenden Auto die Straße entlang scheuchen zu lassen, noch mich zur Seite an die parkenden Autos drängen zu lassen. Die Wohlwillstraße ist nicht sonderlich breit. Abgesehen davon ist die 30 Zone nicht für Leute gedacht, die sie als Abkürzung zwischen Schanze und Kiez nutzen wollen. Durch einen Schulterblick stellte ich fest, dass ein Taxi mit einem Sicherheitsabstand von keinem halben Meter hinter mir herfuhr. „Spitze.“,  dachte ich. „Gerade die Berufskraftfahrer sollten es doch besser wissen.“ An der Kreuzung hielt ich dann an, um den Verkehr von rechts abzuwarten und da wollte ich es dann auch wissen. „Sag mal brennt mir der Reifen?“ rief ich nach hinten und da kam auch promt die Antwort.

Penner? Soso. Auf den Radweg? Ahja. Es ist ständig die gleiche Leier. Das regt mich schon gar nicht mehr auf. Und trotzdem schaffte die Frau es dann, dass mir der Puls anstieg. Während sie zu mir sprach, hatte sie schon die Lenkung eingeschlagen und setze auf der Verjüngung vor. Dabei striff sie mich am Bein, wie ich da stand, dass ich mich erstmal nach ihren Fahrtauglichkeit erkundigen musste. Auf diese Diskussion hatte die Fahrerin offenbar keine Lust. Sie lenkte noch etwas stärker ein, setze über den Bordstein vor und ups!

Harpyiengleich, wie Fingernägel auf einer Kreidetafel krisch das Autoblech, als es links am Hühnerzaun vorbei strich. Durch die rechte Seitenscheibe erntete ich einen Blick, der mir wohl klar machen sollte, dass es allein meine Schuld an dieser Situation wäre. „Schade. Wirklich schade, dass so etwas passieren konnte.“ mokierte ich mich darüber, während das Taxi um die Kurve und dann fort fuhr. Perplex ob der Tumbheit schaute ich ihr nach und vergaß darüber mir das Nummernschild zu merken. Pfeifend bog ich in die andere Richtung ein und fuhr auch in die Nacht.

Hey Stefan!

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Stefan mag mich nicht. Das schließe ich aus dem Zettel, den er von Innen an die Scheibe seines Autos geklebt hat. Zwei Tage vorher habe ich das erste Mal einen gummierten Sticker, einen sogenannten Spucki, von außen an die Seitenscheibe seines Transporters geklebt. Und am Tag darauf wieder. Stefan parkte den Firmenwagen nämlich direkt vor dem Haus. Das ist nicht so klug, weil Autos, die nicht auf Parkplätzen geparkt werden auch mal abgeschleppt werden. So weit scheint Stefan aber nicht gedacht zu haben. Stattdessen hinterließ er mir den Zettel in dem er mich beleidigt und bedroht. Unterschrieben mit seinem Namen, in seinem Firmenwagen mit aufgedruckter Firmenadresse, vor seinem Haus. Humor hat er ja.

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Firmenlogo und Adresse von dem Zettel habe ich verpixelt. Welche Folge Stefans Denkaussetzer für ihn haben kann ist übrigens im Strafgesetzbuch geregelt. Und warum beklebe ich fremde Autos mit diesen Stickern?

Zum einen, weil ich tierisch genervt bin, von Leuten, die es als nicht so schlimm empfinden, wenn ihr Auto auf dem Rad- oder Gehweg parkt. Offenbar haben sie kein Bewusstsein dafür. dass sie dadurch andere Verkehrsteilnehmer behindern. Zum anderen möchte ich nicht dem Wunsch nachgeben aus Frust einen Spiegel abzutreten oder das Auto zu zerkratzen. Das wäre falsch und strafbar.

Die Sticker sind mit Wasser oder Waschbenzin vergleichsweise einfach zu entfernen. Der Sticker kommt, nicht auf den Lack oder die Rückspiegel und nicht ins Gesichtsfeld, also z.B. in den Wischerbereich. Es ist also keine Sachbeschädigung und greift nicht in die Verkehrssicherheit ein.

Wenn sich ein Autofahrer über so einen Sticker an der Scheibe ärgert, kann ich das nachvollziehen. Niemand mag bei Fehlern ertappt zu werden. Sowas soll aber doch kein Grund  für einen Ausraster sein. Und auch wer keinen Firmenwagen als Kontaktmöglichkeit fährt und mies parkt, darf sich gerne daran erinnern, dass Autos üblicherweise mit Nummernschildern im Straßenbild vorkommen.

Gruß, Axel

parkenichtaufunserenwegen

Die Sticker verkauft zum Beispiel der UMKEHR und FUSS e.V. in seinem Shop. (1 Block = 50 Aufkleber für 70 Cent, zzgl. Versand)

Ce n’est pas une piste cyclable

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Wahrscheinlich erzähle ich euch kein Geheimnis, wenn ich euch sage, dass Hamburgs Radwege, abseits der Touristenpfade unter aller Kanone sind. Kaum hundert Meter am Stück, die nicht vom Wurzelwerk der anstehenden Bäume angehoben, oder von löchrigem Bitumen überzogen sind. Natürlich könnte ich auch auf die Straße ausweichen. Den Stress möchte ich mir bei dem Hamburger Stadtverkehr allerdings so selten wie möglich antun. Deshalb weiche ich gerne auf den Gehweg aus. Vorausschauendes Fahren ist dabei für mich immer wichtig. Bei Fußgängern bremse ich rechtzeitig auf Schrittgeschwindigkeit ab und weiche gegebenenfalls aus.

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