Auf zum Ahrberg #6 – Rutscht der Reifen, hüpft das Herz (Off The Beaten Track Edition)

Ich muss zwar deutlich früher aufstehen, als mir persönlich lieb ist, aber wer Anfang November im Hellen vom Ahrberg zurück kommen will, muss auch rechtzeitig losfahren. Bereits vor dem tatsächlichen Treffpunkt flickt einer unten im alten Elbtunnel seinen Platten. Ich hatte Flo überzeugt auch mal bei der Ausfahrt teilzunehmen. Ich ging davon aus, dass wir gemütlich zum Ziel fahren und bin darauf eingestellt ihm in meinem Windschatten zurück nach Hamburg zu ziehen. Ein Gran Fondo ist er bisher nie gefahren und die Strecke ist etwas länger und führt viel über Waldwege. Kurz nach Abfahrt ist Flo allerdings schon mit dem Windschatten einer ungestümen Ballerbande verschwunden. ¯\_(ツ)_/¯ Ich habe es nicht so eilig. Als ich am Rand der Veddel an einer Ampel vor einer sonst von Verkehr verschonten Kreuzung halte und der Rest über den Radweg um die Kurve fährt, werde ich im Feld nach ganz hinten durchgereicht. „Die Coolen fahren hinten“ wurde auf Radpropaganda ausgerufen und für mich ist das okay. Ich sammele mich etwas später in einer Gruppe mit dem unfreiwilligen Single-Speed-Fahrer, dem sein Schaltwerk auf dem Weg zum Startpunkt abriss und drei erfahrenen Langstreckenfahrern. Darunter Harald, der einfach überall in der Fahrradszene vernetzt ist und Klaus, der im Verlauf des Tages zwei, drei Mal durch seine Abrolltechnik beim missglückten ausklinken seiner Klick-Pedale auffällt. Was für ein wilder Haufen. Den Track hatten wir zwar fast alle auf dem Telefon, allerdings stoppte Komoot immer wieder die Streckennavigation (Link zum Track). Wer den Track auf dem Cockpit hatte ist Harald und der lotst uns schließlich, wo es nötig wird und nehmen irgendwo hinter Kilometer Dreißig auch Flo in unsere Gruppe auf.

Ein kleiner spitzer Kiesel genügt, um die Fahrt zu bremsen. Kleine Blasen tanzen auf dem feuchten Mantel und die Luft ist raus. Wir friemeln den Schlauch heraus, rauen die Oberfläche an und Harald patscht einen Schnellflicken drauf. Mit der Handpumpe kriege ich nicht so viel Druck wie zuvor auf den Reifen, aber dafür wird die Fahrt auch etwas bequemer. Wir fahren entlang der Straße weiter, da die Sandstücke für unseren unerfahrenen Fahrer viel Kraft gekosten haben. In Hanstedt verabschieden wir uns von Flo. Die Kette seines Rades war beim Schalten abgesprungen und verklemmte sich zwischen Rahmen und Kettenblatt. Mit unserem Werkzeug ist da nichts zu machen. Für ihn geht es zum nächsten Bahnhof. Für uns geht es weiter. Da wir durch die ungeplanten Pausen vergleichsweise spät dran sind, entschließen wir uns den Track weiter abzukürzen, die berüchtigte Mur auszulassen und direkt Richtung Ziel zu steuern und kommen schließlich auch an. Es gibt die besten Stullen des Jahres und die Erinnerung daran, dass uns im letzten Jahr ganz schön die Zehen froren. Heute hat man nur das aufgeworfene Straßennass vom Vordermann im Gesicht. Stabile Leistung bis hierhin. Jetzt müssen wir nur noch zurück fahren.

 

Die Musik steht unter CC-Lizenz und kann auch kostenfrei herunter geladen werden.

EMERALD PARK – Hamburg
EVE – Little Alice
INITIUM – stay wild
CANDIDS – ENDLESS SKY
JOHN OPTION – Bike
BRIOVERE BUFFENTIS – Bicycle
SYDNEY LEIGH – Out of Air
SPECIAL QUARTET – Looking for the line
SINGLETON – Breathe In Breathe Out

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