Kopieren, teilen, weiterleiten — Ein Kettenbriefdebakel

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass ich an der Verbreitung eines Kettenbriefs teilgenommen habe. Ab und an tauchen die in meiner Timeline bei Facebook auf und oft ärgere ich mich darüber, dass Freunde und Bekannte so unreflektiert an diese Dinger rangehen und fröhlich drauflos spamen. In den meisten Fällen, stirb meine Mutter innerhalb von 24 Stunden an sieben Jahren schlechten Sex und geänderten Facebook-Richtlinien und nur ich kann dies verhindern, indem ich diese Nachricht mit jedem, der mir auch nur ansatzweise etwas bedeutet teile.

Dass dann ein Kettenbriefaufruf bei mir auftauchte, der nicht das Ende der Welt verkündete und dazu noch etwas nettes in Aussicht stellte, verunsicherte mich. So etwas kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Da ist doch ein Haken dran. Und dann dachte ich: „Was habe ich schon zu verlieren?“

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Wahrscheinlich könnt ihr euch schon denken, was daraus geworden ist. Es sind wieder Leute ins Dschungelcamp gekommen. Wahrscheinlich hat sich der eine oder andere auch den kleinen Zeh an der Bettkante gestoßen. Und ich habe gelernt, dass man, obwohl man in der gleichen Stadt wohnt, auf allen möglichen Wegen erreichbar ist und sich schon lange kennt, es nicht unbedingt schafft sich zu Kaffee und Klönschnack zu verabreden.

Wer braucht schon Korkenzieher, um Wein zu trinken?

Wir saßen bis spät in die Sommernacht auf dem Kinderspielplatz und erzählten einfach vor uns hin. Einige saßen am Rand und rauchten. Wir saßen auf den Schaukeln und pendelten langsam vor und zurück. Der Rucksack mit dem Bier war bereits leer, aber die Mädchen hatten in Jutebeuteln Wein herangetragen. Chinesischen Pflaumenwein, der süß schmeckt. Süßer, als die halbtrockenen, die man bei den Eltern aus dem Keller mitnehmen konnte. Und er war selbst gekauft. Irgendwie war das damals wichtig. Von Weinen hatten wir damals keine Ahnung und so kauften wir den günstigsten, der uns aber noch schmeckte. An einen Korkenzieher hatte allerdings keiner gedacht. Ein Taschenmesser führte ich damals auch noch nicht immer bei mir und so zog ich mir einem meiner Turnschuhe aus und fing an, damit auf den Flaschenboden zu schlagen. Mein Vater hatte mir diesen Kniff beigebracht. Er hatte schon immer solche Tricks drauf. Nicht besonders eindrucksvoll, auch nicht elitär. Pfiffig und alltagstauglich, wie es eben gerade gebraucht wird.
Viele aus der Runde haben auch heute noch keine Ahnung von Wein. Dennoch würde ich mit denen jederzeit mit einer Flasche Wein auf einem Kinderspielplatz versacken wollen.

Das Internet ist kaputt. – Best liest Lobo

Sascha Lobo ist in der sogenannten Netzgemeinde ein bunter Hund und wahrscheinlich auch dem einen oder anderen, der den Begriff des Internets auf Facebook und Google beschränkt, als der Punk im Anzug, der ab und an in Talk-Shows auftaucht, aus dem Fernsehen bekannt. In der F.A.S. veröffentlichte er einen Artikel, der die aktuelle Situation des Internet und seiner Nutzer beschreibt und stellt dabei auch fest, dass auch jene davon betroffen sind, die sich nicht mit dem Internet befassen. Jens Best hat sich die Mühe gemacht Sascha Lobos Text laut zu lesen, mitzuschneiden und letztendlich auch zu veröffentlichen. Lesens- und hörenswert.

Eine Wanderung entlang der Seidenstraße. – Zu Besuch beim 30c3.

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NSA, GCHQ, Gema, VDS und, und, und. Derzeit gibt es mehr als genug Akronyme, die versuchen das Internet kaputt zu machen. Was liegt bei einem Hacker-Treffen also näher als die Idee sich ein eigenes zu bauen? Seidenstraße heißt das ambitionierte Projekt beim 30c3 und ist ein Rohrpostsystem, dass dem alten Internet sehr ähnlich ist. Knapp 2 km der gelben Drainagerohre wurden über die verschiedenen Ebenden des CCH verlegt, die die Kapseln durch das Gebäude bewegen. Angetrieben wird jede Kapsel durch den von Staubsaugern erzeugtem Druck im Rohr. Und auch wenn es eher nach Baustelle aussieht, als nach einem Datennetzwerk wurde eine höhere Bandbreite als beim NOC (was zu einem sehr interessanten Speedtest führte) erreicht, als ein entsprechend großer Datenträger durch den Datentunnel schoss. Als Kapseln kann eine normale Pet-Flasche dienen, es gibt aber auch eine Deluxe-Version vor Ort, die in einem 24-Stunden-Druckverfahren aus einem 3D-Drucker gefallen ist. Um den Brandschutz einzuhalten und keine Rohre durch Brandschutztüren zu legen, wurden Übergabestationen eingerichtet, die eine Mensch-Maschine-Koorperation erfordern. „Eine Wanderung entlang der Seidenstraße. – Zu Besuch beim 30c3.“ weiterlesen

Dezember 2013 – 1 Sekunde pro Tag

Immer noch Urlaub. Dem Vorweihnachtsstress entgehe ich einfach und besuche die Familie und Konzerte von The Lumineers, Dragana, Ticos Orchester, Frau Malonda und 4Lyn. Nach 15 Jahren Bandgeschichte haben 4Lyn mit über 30 Stücken und über 4 Stunden Konzert ihren Abschluss gegeben. Tschüss Jungs!

 

Beim Essen vergessen

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Mutti fragt Opa beim Mittag, ob er Joghurt oder eine Banane zum Nachtisch möchte.
Ich: „Von dir habe ich gelernt, dass man schon nicht mehr verhungern kann, wenn man eine Banane gegessen hat.“
Opa: „Die musst du dann aber morgens essen.“

Manchmal scheint Opa zu vergessen, dass er Demenz hat.

Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

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Bild von Viktor Hertz, Stockholm

Hallo liebe Raucher,
es gibt eine Sache, die mir unglaublich stinkt. Und das seid ihr. Oder besser euer Verhalten, dass ihr an den Tag legt, wenn ihr eurer Leidenschaft nachgeht. Und um eins vorweg zu nehmen: Ich habe selbst 10 Jahre geraucht und verzichte seit 4 Jahren bewusst darauf zu rauchen. Weil es mir auf den Sack ging.

Meinetwegen könnt ihr weiter rauchen. Ihr seit im Normalfall alt genug, um für eure Entscheidungen selbst gerade zu stehen. Aber hört auf mir auf die Nerven zu gehen. Als wir damals cool waren, haben wir heimlich hinter der Turnhalle geraucht. Heute steht ihr vor den Kinos, vor den Bars und den Restaurants und raucht. Normal.

Normal ihr Knallköpfe? Glaubt ihr wirklich es macht Spaß, durch euer Piffpaff zu laufen, wenn ihr da Spalier steht? Ich kriege das blanke Kotzen, wenn ich eure affektierte Haltung dazu erlebe. Verpisst euch da! Und nehmt eure bekackten Zigarettenstummel mit. Wer hat euch da eigentlich ins Hirn geschissen, dass ihr euren Müll einfach so in die Botanik werft?
Hackt’s? Haben eure Eltern in der Erziehung versagt, oder was stimmt da bei euch nicht?

Hört auf meine Zeit zu verbrennen! Weshalb muss ich länger in Meetings festsitzen, weil ihr Raucherpausen machen wollt? Und wenn ihr dann wieder reinkommt, wechselt am besten vorher eure Klamotten. Ihr stinkt. Ihr riecht es vielleicht nicht, aber ihr stinkt so unglaublich scheiße, als hättet ihr euch eingeschissen.

Hört auf zu heulen! Es interessiert doch einen Scheiß, ob Kippen teurer werden oder man nur noch 300 Glimmstengel steuerfrei über die Grenze holen kann. Glaubt ihr wirklich, dass jemand dem Goldesel Raucher deswegen weniger am Schwanz zieht?

Reiß dich zusammen, du Eimer! Such dir Hilfe.
Mir half damals der Nichtraucher-Bluemoon. Damit habe ich wohl Glück gehabt.

Bild von Viktor Hertz

Reisende soll man nicht aufhalten.

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„Da haben wir genau eine Möglichkeit.“, antwortete der Bahnangestellte routiniert und ertappte mich überrascht. Ich hatte wirklich nicht mit einer Lösung gerechnet, als ich mit meinem Anliegen zum Schalter ging. Ich wollte gerne, wie letztes Jahr auch, mit dem Zug nach Berlin fahren. Auch gerne mit dem ICE. Zugegeben, das ist die teure Variante, aber da ich auch Bahn-Kunde mit einer BahnCard 50 bin, plötzlich doch im verträglichen Bereich für eine Reise von anderthalb Stunden angekommen. Aber weshalb ging ich überhaupt zum Schalter, wenn ich doch eine BahnCard habe? „Reisende soll man nicht aufhalten.“ weiterlesen