Das vermutlich späteste Review zu Splatoon von Nintendo

Anna hat mich auf Twitter gefragt, was ich zu Splatoon 2 sage. Und da die Antwort auch mit den neuen 280 Zeichen nicht passt, schreib ich sie hier.

Bisher hab ich nur Splatoon gespielt. Das kam im Frühling 2015 für die WiiU raus und Insert Moin hat mir das Ding damals schmackhaft gemacht. Und auch wenn ich es dann nicht so ausgiebig gespielt hab wie das Spiel es wert ist – Spaß hat’s gemacht. Auf meinem verstaubten WiiU Pad wird angezeigt, dass ich 21 Stunden und 44 Minuten Gesamtspielzeit habe. An meinem ersten Spieltag am 17. Juni 2015 waren es allerdings schon 6 Stunden. Danach hatte ich es immer wieder mal für eine Stunde an bis ich dann irgendwann Yoshi’s Woolly World anfing. Ich meine mich zu erinnern, dass auch oft, wenn ich gerade spielen wollte Wartungsarbeiten stattfanden und ich keine Online-Verbindung herstellen konnte. Der Einzelspieler-Modus ist okay und man lernt auch überraschend viel über die Entstehungsgeschichte der Inklings, aber tatsächlich spielt man es ja wegen der Farbschlachten gegen andere.

Nintendo hat es geschafft einen sehr ordentlichen Multiplayer-Shooter zu erschaffen. Das letzte Mal zuvor hatte ich wohl so viel Spaß an einem Nintendo-Shooter mit einem gewissen Geheimagenten. Ein wichtiger Unterschied ist aber, dass ich bei Splatoon die Kinder der Verwantschaft zugucken lassen würde. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Man wird mit einem riesigen Pinsel erschlagen? *SPLÖRTSCH* Eine Farbgranate geht neben dem Gegner hoch? *FLUPSCH* Der Schuss mit dem Sniper trifft mittig über den Schultern? *SPLAT* Alles kein Problem, den die Hauptcharaktere des Spiels sind Inklings und sind nur in eine humanoide Form gedrückt, und irgendetwas zwischen Fisch und Farbe. Das hört sich mega skurril an, macht aber einen wichtigen Aspekt des Spiels aus. Als Inkling-Junge oder Inkling-Mädchen verschießt man in den Farbschlachten Farbe, um das Spielfeld möglich komplett in der eigenen Teamfarbe zu halten. Ist der Farbtank leer, kann man sich in die (Tinten-)Fischform morphen und in der Farbe umher schwimmen. Dabei füllt sich auch der Farbtank wieder auf und man kann weiter ballern. Das generische Team tut‘s ebenso und irgendwann ist die Zeit abgelaufen. Dann kommt ein dicker Kater und zeigt per Fahne an, welches Team gewonnen hat. Alles klar?

Soweit so einfach. Knifflig wird’s da gleichzeitig 8 Spieler auf der Karte sind und ordentlich rumpladdern. Mit den Siegen steigt man in Rängen auf und kann sich in den Läden bei den anderen Stadtbewohnern andere Klamotten und Wasserspritzen besorgen, die unterschiedliche Attribute mitbringen, sei es schnelles rennen, oder eine bessere kritische Trefferquote. Dabei kommt es aber gar nicht so sehr auf die Werte sondern eher auf den Style an. ich glaube im Spiel gibt es mehr Schuhe als beiden meisten Sneakerheads im Keller. Irgendwann habe ich den Überblick verloren was alles an Spielinhalten drin ist, denn Nintendo hat einen sehr interessanten Ansatz gefahren. Statt der üblichen 60-70 Euro für den Vollpreistitel kostete mich das Spiel irgendwas um die 40 Euro. Immer wieder gab es dann neue Spielinhalte freigeschaltet, sodass Ausrüstungen, Arenen und Spiel-Modi dazu kamen und es dann irgendwann den Inhalt eines Vollpreistitels hatte. Splatoon 2 macht es wohl genauso, jedoch mit dem kleinen Kniff, dass es mittlerweile den Octo-Expansion DLC (angekündigt) gibt.

Die Musik ist so kawaii, wie es nur sein kann ohne das süßes klebriges Zeug aus den Boxen fließt und irgendwie catchy. Um ehrlich zu sein ist die grausam und ich hab den Haupttrack immer noch als Ohrwurm. Aber das merkt man nach dem einschalten des Spiels ohnehin erstmal nicht mehr, da alles so bunt ist. Apokalyptisch bunt. So richtig merkt man im ersten Teil gar nicht, wie klein die Oberwelt eigentlich ist, denn der Stadtplatz wirkt überraschend belebt. Überall gibt es nette kleine Details und sobald man in die Level geht hat man ohnehin mit ballern und rumkleksen zu tun. Wenn man davon genug hat, geht’s in die Shops (ich glaube einer der Verkäufer war ein gegrillter Schrimp mit Basecap) neue Shirts, Schuhe und Spritzpistolen anschauen und anschließend wieder ins Level, diese ausprobieren.

Das Spiel ist absurd und absurd gut. Mittlerweile wird es sogar auf E-Sports-Events gespielt. Splatoon 2 hab ich noch nicht gespielt. Die Rezensionen, die ich dazu wahrnahm, waren immer positiv. Im Prinzip ist es wie der erste Teil, nur bunter, mit besserer Auflösung, mehr Inhalt und vor allem noch mehr Style.

Splatoon 2 kam als Vollpreistitel raus, soweit ich mich erinnere, dürfte aber mittlerweile für um die 40 Muscheln zu haben sein. Das kann man schon mal machen. Wer dann richtig Bock auf die Tentakelköpfe bekommt, kann sich dann ja immer noch an der Erweiterung bedienen. Irgendwann dieses Jahr wird der Online-Service auf der Switch halt noch kostenpflichtig. Das sollte man vielleicht noch im Hinterkopf behalten.

Was ich Nintendo immer noch hoch anrechne ist, dass sie kein gequältes Wortspiel á la SplaTWOon aus der Zwei und dem Titel gemacht hat. Bei Banjo-Tooie war das schon grenzwertig, aber das war auch Anfang der Zweitausender und wir waren alle froh Y2K überlebt zu haben.

Und hey, Nintendo: Wenn ihr noch ein Rezensionsexemplar für Splatoon 2 rumliegen habt – ich würd’s nehmen. 🙋‍♂️

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