Die Fahrkarten bitte!

Als wir dann nach der Arbeit auf dem Heimweg mit der U2 über die Lombardsbrücke fuhren, stand plötzlich ein Mann neben uns, der sich schleppend, als hätte er sich auf die Zunge gebissen dazu äußerte, dass er Kontrolleur beim HVV sei und wir bitte unsere Fahrkarten bereithalten sollten. Wie bei jeder Kontrolle bestand ich darauf, mir den Ausweis des Kontrolleurs zeigen zu lassen und las mir diesen aufmerksam durch. Ich bilde mir dabei immer ein, dass ich den Kontrolleur lange genug aufhalte, dass einer, der seine Karte nicht dabei hat, rechtzeitig aussteigen kann. Ich gab ihm dann meine Karte Er begutachtete sie auch aufmerksam , gab sie mir zurück und meinte: „Hm, gut. Nur das Hologramm vom aktuellen Monat stimmt nicht.“ Dann wachte ich auf. Was für ein schöner Traum.

Seit 2012 gilt in den Buslinien des HVV „Einstieg vorn“. Kein Bitte. Kein Danke. Die erwarteten Mehreinnahmen sollen zwar nicht direkt zu günstigeren Fahrpreisen führen, aber zumindest bei zukünftigen Tarifanhebungen berücksichtigt werden. Sicherlich. Ende September bekam ich meine neue Abokarte und habe ich sie trotz vorne Einsteigens bisher nicht vorzeigen müssen. Zwar habe ich sie dabei, doch steckt sie hinter der abgelaufenen, alten Karte. Egal ob zur Stoßzeit, im Nachtbus oder zwischendurch. Der Busfahrer schaut auf die Karte und lässt mich passieren.

Berliner Verhältnisse, was das angeht.

berliner_bus
Quelle: https://twitter.com/optikfluffel/status/354669819884347392

Update: 03.November 2013
Bisher fuhr ich weiterhin unbehelligt mit der alten Karte Bus. Letzten Donnerstag wurde ich im Schnellbus zurückgerufen, nachdem ich meine alte Karte vorzeigte. Ich hielt dem Busfahrer meine Karte erneut hin und wollte gerade die neue Karte hinter der alten vorziehen, als er „Okay.“ sagte. Und heute fuhr ich mit der Regionalbahn nach Elmshorn, wo ich vom Schaffner kontrolliert wurde. Da Elmshorn nicht mehr im Großbereich des HVV liegt, hatte ich über die App im Handy eine Erweiterungskarte gekauft. Ich zeigte dem Schaffner den QR-Code. Doch der Schaffner scannte ihn nicht, sondern gab lediglich zu verstehen, dass er es als ein HVV-Ticket erkannte. Meinen Lichtbildausweis, oder die passende Hauptfahrkarte dazu wollte er auch nicht sehen.

Eine Antwort auf „Die Fahrkarten bitte!“

  1. Ein Kollege fährt immer noch mit seiner Profi-Card vom alten Arbeitgeber – 2011 abgelaufen. Steht unten rechts in großer Schrift. Interessiert auch keinen.

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