Friedrich Dürrenmatt – Der Auftrag

Der Auftrag

Ich sitze in meiner Lieblingsbar und lese Dürrenmatts Novelle Der Auftrag oder Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter, als es plötzlich „Scheiß Intellektuelle“ von hinten über meine Schulter schallt, doch trotz des zweiten Hefe gebe ich dem ersten instinktiven Wunsch, mich gegen den Lärmangriff körperlich zu wehren nicht nach, sondern überlege kurz ob ich die Stimme einem Bekannten zuordnen kann, schaffe dies auch, drehe mich um und sehe mich kurz darauf weiteren Vorwürfen ausgesetzt, da man das Buch ja schon längst gelesen hätte, damals mit sechzehn Jahren bereits, mittlerweile würde der Schreibstil eher dazu führen das Buch zur Seite zu legen, wahrscheinlich da nichts überraschendes für ihn darin zu finden wäre, aber was wolle man machen, da bei dem medialen Überangebot es unmöglich sei, alles sofort zu lesen, zumal ich da auch noch zu jung gewesen wäre, merkt er mit an, wobei er seine Bestellung abgibt, dann mit ihr Kehrtwende macht und sich auf seinen Stammplatz zurückzieht.

Information:
Der Auftrag oder Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter ist erstmals 1988 im Diogenes-Verlag erschienen (ISBN 3-257-21662-9) und ist eine Novelle in 24 Sätzen auf 133 Seiten und ist zu den üblichen Taschenbuchpreisen oder gebraucht zum Schnäppchenpreis erhältlich.

5 Antworten auf „Friedrich Dürrenmatt – Der Auftrag“

  1. Bei so vielen „B’s“ im Titel könnte man es ja glattweg für ein Bloggerbuch halten. *lach* – aber 1988 gab es ja diese Seelenstrips noch nicht, falls ich mich nicht irre.

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