Highlands im Herbst (25 Fotos)

Bildschirmfoto 2013-11-18 um 14.21.30Standortwechsel. Während das Hotel in Leith für mich allein okay war, lies ich für den nächsten Teil des Urlaubs meine Freundin den Schlafplatz auswählen. Und sie bewies dabei ein hervorragendes Händchen. Sie kam später dazu, weil man nicht immer den Urlaub bekommt, wie man ihn nehmen möchte. Wir mieteten ein Zimmer in einem britischen Haus im Süden der City. Und wenn ich die Wahl hätte, ich würde hier sofort einziehen. Es stimmen einfach die Details. Von den schweren Holztruhen im Flur mit davon abgehendem Lesezimmer, über die grandiose Küche im Keller bis hin zum herzförmigen Teller, auf dem unsere Schlüssel bereitlagen. Ich holte Sie vom Flughafen ab, wo wir uns direkt ein Auto für die kommenden Tage mieteten. Das Wetter zu gut, um ihr eine verregnete Begrüßung wie mir zu bescheren. Das dachte sich wohl auch ein Busfahrer und zauberte einen Brause aus einer Regenpfütze herbei. Nachdem wir uns erstmal eine Nacht in Brunstfield erholten, verließen wir Edinburgh Richtung Loch Lomond.

Wir ließen Glasgow und den Highway hinter uns und bogen ab und setzen die Reise auf die Landstraßen fort. „Unverschämt schön ist es hier.“, meinte ich irgendwann. Das Fahren auf der linken Spur war Anfangs anstrengend, wir gewöhnten uns aber bald daran. Der Trick ist: Links fahren, aber rechts halten. Sobald man das berücksichtigt, läuft es wie am Schnürchen. Mit dem Wetter im Allgemeinen hatten wir auch unverschämtes Glück. Bereits die letzten Tage konnte ich mich nicht über das ach so verregnete schottische Wetter ärgern. Fast die ganze Zeit war das Wetter gut. Und so war es auch an diesem Tag. Da Whisky in Flaschen gefülltes Licht ist, hielten wir natürlich auch in einer Whiskydestille. Glengoyne lag auf dem Weg.

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Wir fuhren das Loch Lomond ganz hoch bis zur Spitze. Loch Katrine besuchten wir kurz, doch dann setzte Regen ein und wir beschlossen keine Wanderung anzustreben. Wo wir waren, gab es tatsächlich meilenweit keinen Handyempfang. Und andere Menschen sahen wir auch nur sporadisch. Trotzdem gibt es so weit draußen, Häuser. Inversnaid z.B. liegt am Ende direkt am Loch Lomond am Ende der Straße und besteht aus einem Wohnhaus und einem Hotel. Dort draußen hatte sich niemand die Mühe gemacht, die Straße zweispurig zu bauen, oder auch nur Fahrbahnmarkierungen aufzutragen. Noch in Edinburgh wurde uns Glencoe empfohlen und so setzten wir unsere Reise dorthin fort. Und dann setzte doch der Regen ein. Einen richtigen Schauer gab es, nur dass der nicht wie sonst gewohnt bald wieder aufhörte, sondern sich regelrecht einregnete. Zudem wurde es dunkel. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir wieder in normal bewohntem Gebiet waren und wieder zügiger voran kamen. Irgendwann war das Hotel in Glencoe dann doch in greifbarer Nähe. Allerdings regnete es noch. Als wir in den Waldweg zum Hotel einbogen, meinte ich, dass wir ja unmöglich schon da sein können, da es ja immer noch schüttete wie aus Kübeln. Und tatsächlich hörte fast augenblicklich der Regen auf. Kurz darauf erreichten wir auch das Hotel, checkten ein und holten unser Gepäck unter gerade wieder einsetzendem Regen aus dem Wagen. Leider waren wir auch hier so abgelegen, dass nur langsames Breitband gibt und selbst das nur unten in der Lobby und nicht auf dem Zimmer. Und selbst das Satellitenfernsehen hat hier seine Schwierigkeiten.

Wie sich am nächsten Morgen herausstellte, wurde der letzte Bond-Film auch in der Gegend um Glencoe gedreht. Wir fuhren die Strecke ab, die wir Abends zuvor durch die Dunkelheit gekommen waren und begaben uns auf die Spuren von Skyfall.  Später ging es dann auf die geplante Route, vorbei an Fort William und Fort Augustus immer das Loch Ness entlang. Am Urquhart Castle machten wir Halt, um uns zu stärken und die Burgruine zu erschließen. Dann ging es weiter an Inverness vorbei und bis es irgendwann über einspurige Straßen durch die mittlerweile dunkle Berglandschaft ging. Wir wollten zum Carbisdale Castle. Der Reiseführer meinte, dort konnte man im Schloss übernachten. Am Schloss angekommen, waren die Tore allerdings verschlossen und unter der im Reiseführer eingetragenen Nummer niemand erreichbar. Im Nachhinein habe ich gelesen, dass es tatsächlich um ein Spukschloss handelt und bin gar nicht böse, dass ich die Weiße Frau oder den Scottisch Piper nicht getroffen habe.

Trotzdem wollten wir uns von unserem Plan in einem Schloss übernachten nicht abbringen lassen und so machten wir uns auf den Weg nach Dornoch. Kein Spuk, aber dafür ausreichend schnelles Internet. Und mit den weißen Bademänteln können wir selbst die Bettlaken aufwirbeln und die weiße Frau mimen.

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