Indienreise: Tag 9 Was hochsteigt, kommt auch wieder runter

Am Tag der Hochzeitszeremonie fanden wir keine Zeit, um auch noch ein Paar-Shooting für das Hochzeitspaar anzusetzen. Das wollten wir auf jeden Fall noch in Indien nachholen. Als wir vor ein Paar Tagen die Hochzeitsfotos der Brauteltern durchsahen stießen wir auch auf die passende Location – Viceregal Lodge, bzw. Viceroy Lodge, wie es hier genannt wird. Dummerweise haben wir uns vorab mal nicht schlau gemacht und sind einfach auf’s Blaue losgefahren und passten so den einzigen besucherfreien Tag der Woche ab.

Wo wir aber schon mal auf der Ecke waren, gingen wir den nächsten Berg zu einem benachbarten Tempel. Bei der starken Steigung nahmen wir jede Rastbank in Anspruch und liefen ein Stück sogar rückwärts den Berg hoch, um die Sehnen und Bänder zu entlasten. Weit war es zwar nicht, machte uns Flachlandnulpen, die sonst schon auf der Kaistraße Richtung Altonaer Balkon tiefer Luft holen müssen, ordentlich zu schaffen. Oben angekommen wurden wir vom Priester begrüßt. Und er wusste auch direkt, wer wir sind. Seine Frau war auf der Hochzeit von Neeti und Flo zu Besuch und so wurde uns auch direkt Chai angeboten. Wo wir schon mal oben auf dem Berg waren wollten wir dann auch alle den Tempel besuchen. Wer allerdings ein Taj Mahal erwartete wurde enttäuscht. Der Tempel war recht klein und der Bereich in dem der Priester saß höchstens 2 m2. Vor dem Betreten des Tempel zogen wir unsere Schuhe aus und bedeckten unsere Köpfe mit Schals oder Mützen. Wir knieten und verbeugten uns vor dem Altar, bekamen vom Priester ein Lot Wasser gereicht, dass wir tranken und dazu gab es Jalebi-Kügelchen. Wer wollte, konnte dann noch um den Schrein laufen, der mit Bildern verschiedener indischer Gottheiten geschmückt ist, die den Zyklus des Lebens symbolisieren. Die süßen Jalebis sind auch bei den Affen vor dem Tempel beliebt, weshalb wir draußen auch zusahen, das wir die schnell in den Mund bekommen.

Wieder zurück im Haus guckte ich mir Slumdog Millionaire an. Den Film kannte ich zwar schon, mit den aktuellen Eindrücken wirkt er jedoch deutlich stärker. Nur an einer Stelle merkte ich, dass Hollywood übertrieben hatte. Gegen Ende versucht Latika mit dem Auto schnell durch die Stadt zu kommen und hupt kaum. Völlig unglaubwürdig. Ein toller Film mit herausragendem Soundtrack bleibt es dennoch.

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