Island im Herbst – Tag Eins: Ankunft in Reykjavík

Island Tag Eins - Reykjavik (11 von 13)

„Man, du scheiß Wichser! Kannst nicht warten?“, beschwert sich ein stinkender Typ, als er in die S-Bahn steigt und sich mit ihm in einanderer Mann ins Abteil drängelt. Ich sitze schon drin und der Stinker wirft meine Reisetasche rumpelnd um, während er sich mit seinen zwei Hunden um die Ecke drängt. Die nächste halbe Stunde bis zum Flughafen Schönefeld wird sicherlich toll.

Am Flughafen angekommen, sehe ich vor allem Feld, das als Parkplatz genutzt wird. Die S-Bahn hält offenbar nur in der Nähe des Flughafens und ich muss meine Reisetasche den halb offenen Gang durch den Nieselregen tragen. Von einer Drum-Maschine unterstützt spielt ein Bettler dazu Careless Whisper. Berlin enttäuscht mich in seiner Miesepetrigkeit einfach nie und setzt immer noch einmal nach. Olli, Laura, Svenja und Markus treffe ich am Ende des Ganges. Ob ich den Flug tatsächlich antreten darf, ist noch nicht klar, da Olli mich als Alex, statt als Axel gebucht hat. Der Check-In Schalter, wo wir das klären könnten, ist allerdings hinter der ersten Sicherheitsschleuse. Ich erkläre unser Problem und der Sicherheitsmann erklärt mir in breitem Berliner Dialekt, dass er letztens so einen Fall hatte und derjenige nicht mitfliegen durfte. „Danke, sehr hilfreich. Nicht.“, denke ich. Doch dann führt er mich direkt zum Schalter. Ich fasse noch einmal kurz die Sachlage zusammen. Der Mann am Schalter wirft einen kurzen Blick in meinen Pass. „Bis zu drei Buchstaben dürfen falsch sein.“ Puh, das passt ja. Wir machen uns auf den Weg durch die Sicherheitsschleusen und zum Flugzeug.

Der Flug ist entspannt und wir werden am Kevlavík schon zur Abholung unseres Mietwagens erwartet.
Wir stecken das Navi ein und wollen starten. Reykjavík, R … Ah, da wird’s schon vorgeschlagen. Gut. Das Auto startet ohne zu murren, nachdem der Motor ein paar Mal quälend, glucksend den Kaltstart aufgab. Wir brauchen noch einige Zeit, um den Automaten an der Parkschranke zu verstehen. Aber dann fahren wir los. Reykjavík, wir kommen.
Nach drei Minuten stehen wir wieder. Kurze Fotopause für den doppelten Regenbogen, dann sind wir aber auch schon wieder auf Tour.

Reykjavík ist beschaulich. Ein paar Hochhäuser stehen an der Promenade, aber bis auf wenige Ausnahmen sind die Häuser hier höher als zwei Stockwerke und mit bunten Dächern. Das Zentrum hat viele niedliche Geschäfte, die ich mir in den nächsten Tagen noch einmal in Ruhe angucken muss. Jetzt müssen wir aber zuerst essen. Muscheln, Lachs, Burger und Fischeintopf standen auf der Speisekarte. Aus den kleinen Boxen hinten im Raum dudelt kurz deutsche Musik. Das überrascht. Zum Nachtisch gab es dann Polarlichter. Schöner, könnte der Abend fast nicht enden. Wieder in der Wohnung stellen wir fest, dass der Bewohner über uns eine Bassgitarre besitzt und auch um Mitternacht noch übt. „Man, du scheiß Wichser!“, schießt es mir in den Kopf. Es wird Zeit Berlin ganz abzuschütteln.

 

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