Island im Herbst – Tag Drei: Golden Circle

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Gefühlt stehen wir immer früher auf. Aber das ist für heute auch notwendig, denn wir haben einiges vor. Der Golden Circle will befahren werden. Unser erster Stop dabei soll Þingvellir (gespr. Thingvellir) sein. In dem Nationalpark gibt es unter anderem ein Spalte, die durch das auseinander driften der amerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte entstanden ist. Über einen matschigen Pfad schlagen wir uns durch’s Gebüsch, der Klippe entgegen. Ich komme zuerst an und kann nicht mehr als „Ohhh!“ sagen. Olli beschwert sich von hinten, dass ich nichts spoilern soll und erreicht kurz mir den Rand. „Ohhh!“ entweicht es ihm. Über die glatte, scharfkantige Steine, suchen wir uns einen Weg nach unten, um im Tal stehen zu können. Der Rest wartet lieber oben und wirft von oben mit Moos.

Unser weiterer Weg führt uns auf schmalen Straßen am Wasser entlang. auf kleinen Inseln versuchen Sträucher, oder kleine Bäume sich in ihrem Leben zu beweisen. An einer Stelle biegen wir links ab. Laura hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass es in ein Stück abseits der Straße eine Höhle zu besichtigen gäbe. Laugarvatnshellir stand auf dem Schild und damit stand der Zwischenstop fest. Ein paar Autos standen am Fuß des Hügels und eine kleine Gruppe tummelte sich ein Stück höher am Höhleneingang. Schon vom weiten war für mich klar, dass es sich dabei um Deutsche handeln müsse. Wer sonst würde sich mit Fellen behängen, dabei Vikingerhelme und Handäxte aus Plastik tragen, gutturale Laute aus sich heraus pressen und das ganze als spaßige Angelegenheit verbuchen. Einer krabbelte dazu über den Höhleneingang und mimte den Tanz auf dem Vulkan. Ähnlich beindruckend wie die Schauspielkunst unserer Landsleute war dann auch die Höhle selbst. Für eine kleine Vikingerfamilie und eine Hand voll Schafe bot sie Platz. Den Tuffstein haben schon etliche Touristen vor uns mit ihren Initialen, Namen und Jahreszahlen verziert und darum Herzen geritzt oder Penisbilder hinterlassen.

Als nächstes standen Geysire auf unserer Liste, jedoch nicht, ohne einen Halt am Lindin Restaurant zu machen. Der Besitzer hatte einige Zeit in der Schweiz verbracht und verstand etwas Deutsch. Was der blue ling für ein Fisch ist, konnte er uns dennoch nicht verständlich machen und wir bestellten auf blauen Dunst. Der eigentliche und namensgebende Geysir dampfte nur gemächlich vor sich hin, während wir vor Ort waren. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Gegend mit Schwefelgeruch zu überziehen. Sein Nachbar Strokkur hingegen spuckte etwa alle drei Minuten eine heiße Wassersäule Richtung Himmel, hinterließ kurz ein Loch im Boden, dass sich schnell wieder mit Wasser füllte und sammelte Kraft für den nächsten Austritt.

Wir guckten uns noch ein paar Mal an wie das Wasser aufstieg und setzten dann unsere Tour fort zu den goldenen Wasserfällen. Die Kaskaden von Gullfoss stoben über 2 Stufen knapp 30 Meter in die Schlucht und ließen dabei die Besucher im feuchten Nebel stehen. Der letzte Punkt auf unserer Tagesroute war der Vulkankrater Kerið. Der spuckte zwar keine Lava, stank aber auch nicht nach Schwefel und lud zu einem kurzen Spaziergang über den roten Schotterweg ein. Dabei hatten wir immer einen guten Blick auf den kleinen Kratersee. Zum späten Abendessen waren wir wieder in der Stadt.

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