O-tanjôbi omedeto gozaimasu.

Drager_Deich_Weg_zur_Straße
Es ist mal wieder die Zeit des Jahres, in der meine Laune ihren persönlichen Tiefpunkt erreicht. Ich habe Geburtstag.

Ich weiß nicht mehr genau wann es begann, aber irgendwann fing ich an, meine Geburtstage nicht mehr gut zu finden. Geburtstage bedeuten immer einen zusätzlichen organisatorischen und emotionalen Aufwand. Und es lässt sich nur schwer etwas dagegen unternehmen, da es im Normalfall von einem erwartet wird, an seinem Ehrentag erreichbar und gut gelaunt zu sein. Und das geht mir gegen den Strich. Ausklinken möchte ich mich an meinem Geburtstag immer am Liebsten und überraschenderweise ist das einfacher, als ursprünglich von mir angenommen.

Letztes Jahr fuhr ich aus der Stadt und sagte nur dem Bescheid, bei dem ich meinen Geburtstag verbrachte, dass ich vorbei komme. Für den Rest war ich über Facebook, Twitter und SMS erreichbar. Meine Eltern rief ich selbst an. Das einzige, dass mir an diesem Tag noch mehr die Laune verdarb als der Geburtstag selbst, war, dass sich alle möglichen Geister der Vergangenheit meldeten, nur meine beste Freundin nicht. Dieses Manko räumten wir allerdings in der Nacht mit einem zweistündigem Telefonat aus der Welt.

Und dieses Jahr war es auch klasse. Mein bestes Vor-Geburtstagsgeschenk war die Erkenntnis, dass sich Menschen, die ständig miteinander reden, nicht unbedingt die selbe Sprache sprechen müssen. Selten habe ich mich so fehl am Platz gefühlt, wie zum Moment der Erkenntnis. Da ein Freund seinen Geburtstag nachfeierte und einen Großteil der Jugendfreunde einlud, nutzte ich die Gunst der Stunde und verließ Hamburg für das Wochenende.

Ursprünglich wollte ich an meinem eigenen Geburtstag ans Meer fahren und meine Nase in den Wind halten. Stattdessen verbrachte ich die ersten Stunden meines Geburtstags vor dem Rechner und führte ein längst überfälliges Gespräch. Den Ausflug strich ich gegen Vier Uhr von meiner Liste. Als ich wieder wach war, fuhr ich in den Hafen, guckte mir die Möwen an und aß anschließend mit einer guten Freundin zu Mittag.

Abends hatte ich mich mit Freunden zum Kino verabredet. Es lief „The Impossible“ und ich empfand einen Film, in dem eine Flutwelle über das Glück einer Familie hereinbricht als passende Metapher für diesen Tag.

Und nun sitzen ich und Harvey Wallbanger in einer der angenehmsten Bars der Stadt und lassen diesen Tag in Ruhe ausklingen. – Happy Hochdietassen!

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