Schade. Wirklich schade.

Wohlwillstraße Ecke Clemens-Schulz-Straße kam es zur Eskalation. Kurz zuvor holperte ich auf dem Rad über’s Kopfsteinplaster, als ein Licht mich umschloss. Ich hatte weder Lust mich von dem nachfolgenden Auto die Straße entlang scheuchen zu lassen, noch mich zur Seite an die parkenden Autos drängen zu lassen. Die Wohlwillstraße ist nicht sonderlich breit. Abgesehen davon ist die 30 Zone nicht für Leute gedacht, die sie als Abkürzung zwischen Schanze und Kiez nutzen wollen. Durch einen Schulterblick stellte ich fest, dass ein Taxi mit einem Sicherheitsabstand von keinem halben Meter hinter mir herfuhr. „Spitze.“,  dachte ich. „Gerade die Berufskraftfahrer sollten es doch besser wissen.“ An der Kreuzung hielt ich dann an, um den Verkehr von rechts abzuwarten und da wollte ich es dann auch wissen. „Sag mal brennt mir der Reifen?“ rief ich nach hinten und da kam auch promt die Antwort.

Penner? Soso. Auf den Radweg? Ahja. Es ist ständig die gleiche Leier. Das regt mich schon gar nicht mehr auf. Und trotzdem schaffte die Frau es dann, dass mir der Puls anstieg. Während sie zu mir sprach, hatte sie schon die Lenkung eingeschlagen und setze auf der Verjüngung vor. Dabei striff sie mich am Bein, wie ich da stand, dass ich mich erstmal nach ihren Fahrtauglichkeit erkundigen musste. Auf diese Diskussion hatte die Fahrerin offenbar keine Lust. Sie lenkte noch etwas stärker ein, setze über den Bordstein vor und ups!

Harpyiengleich, wie Fingernägel auf einer Kreidetafel krisch das Autoblech, als es links am Hühnerzaun vorbei strich. Durch die rechte Seitenscheibe erntete ich einen Blick, der mir wohl klar machen sollte, dass es allein meine Schuld an dieser Situation wäre. „Schade. Wirklich schade, dass so etwas passieren konnte.“ mokierte ich mich darüber, während das Taxi um die Kurve und dann fort fuhr. Perplex ob der Tumbheit schaute ich ihr nach und vergaß darüber mir das Nummernschild zu merken. Pfeifend bog ich in die andere Richtung ein und fuhr auch in die Nacht.

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