Speyside im Herbst (35 Fotos)

Speyside-Tour

Was selbstverständlich nicht auf einer Schottlandreise fehlen darf, ist der Besuch einer Whisky-Destille. Zwar hatten wir auf dem ersten Teil der Tour bereits in Glengoyne gehalten, aber wir wissen alle: Einmal ist so gut wie Keinmal.

Balblair, Glenmorangie, Dalmore, Glen Ord und Tomatin standen auf dem Plan. Ein guter Plan, wie ich fand, zumal ich nicht fahren musste. Allerdings machten wir nicht in jeder Destille die volle Tour mit, denn tatsächlich sind die Unterschiede zwischen den Destillen nicht so groß, dass sich das wirklich lohnen würde. Probieren sollte man allerdings so oft sich die Möglichkeit bietet. Die großen Unterschiede der Whiskygeschmäcker kommt vor allem von der Grundstoffen, die verwendet werden. Also dem Wasser und dem Getreide aus der Region, sowie dem Mälzen. Der Zauber selbst passiert dann beim Destilliervorgang. Je nachdem wie oft dieser wiederholt wird und vor allem die Brennblasenform bestimmen anschließend das Ergebnis. Je nach Form hat das Destillat viel oder wenig Kontakt mit dem Kupferkessel und arbeitet entsprechend damit.

Zum Abschluss wird der Whisky mindestens 3 Jahre in Bourbon- und Portweinfässer gelagert, bevor er sich Whisky nennen darf. Durch die Poren der Eichenfässer ziehen Inhaltsstoffe des Portweins und des Bourbon in den Whisky, dieser verliert sich durch die Poren aber auch an die Umgebung. Knapp 1 Prozent des Fasses verschwinden so jedes Jahr, was auch die Preise von älteren Whiskys erklärt. Die meisten Single-Malts sind dann ein Zusammenguss beider Fassreifungen. Der Verdunstungsanteil wird übrigens Angels‘ Share genannt. Der gleichnamige Film wurde unter Anderem auch in der Balblair-Destille gedreht.

Einen Tag früher als ursprünglich geplant kamen wir wieder zurück nach Edinburgh. Von unterwegs buchten wir uns in ein Stadthaus unweit der Princess Street. Den Abend gingen wir in Gravity und da ich den Film bereits gesehen hatte, konnte ich mich besser auf das ungläubige Gesicht meiner Freundin konzentrieren. Wie Flo schon berichtete: Ganz großes Kino.

Die letzen Tage verbrachten wir damit noch einmal den Hausberg Arthur’s Seat zusammen zu besteigen, das Schloss zu besichtigen und das übrigen Bargeld in den Geschäften gegen regionale Spezialitäten zu tauschen. Dabei erfuhr ich auch, dass in Schottland jede Bank das Recht hat, seine eigenen Banknoten zu drucken, die allerdings nicht auf der restlichen Insel als Zahlungsmittel anerkannt werden. Der erste Schritt zum Unabhängigkeitsreferendum 2014 ist also schon längst getan.

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