Wer braucht schon Korkenzieher, um Wein zu trinken?

Wir saßen bis spät in die Sommernacht auf dem Kinderspielplatz und erzählten einfach vor uns hin. Einige saßen am Rand und rauchten. Wir saßen auf den Schaukeln und pendelten langsam vor und zurück. Der Rucksack mit dem Bier war bereits leer, aber die Mädchen hatten in Jutebeuteln Wein herangetragen. Chinesischen Pflaumenwein, der süß schmeckt. Süßer, als die halbtrockenen, die man bei den Eltern aus dem Keller mitnehmen konnte. Und er war selbst gekauft. Irgendwie war das damals wichtig. Von Weinen hatten wir damals keine Ahnung und so kauften wir den günstigsten, der uns aber noch schmeckte. An einen Korkenzieher hatte allerdings keiner gedacht. Ein Taschenmesser führte ich damals auch noch nicht immer bei mir und so zog ich mir einem meiner Turnschuhe aus und fing an, damit auf den Flaschenboden zu schlagen. Mein Vater hatte mir diesen Kniff beigebracht. Er hatte schon immer solche Tricks drauf. Nicht besonders eindrucksvoll, auch nicht elitär. Pfiffig und alltagstauglich, wie es eben gerade gebraucht wird.
Viele aus der Runde haben auch heute noch keine Ahnung von Wein. Dennoch würde ich mit denen jederzeit mit einer Flasche Wein auf einem Kinderspielplatz versacken wollen.

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